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Strukturiertes Wasser: was am Trend gemessen ist

Strukturiertes Wasser hat einen gemessenen Kern und eine unbelegte Zusage. Was Laborwerte zeigen, was Behörden sagen und wie sich Werbung prüfen lässt.

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Hinter dem Trend um strukturiertes oder kohärentes Wasser stecken ein gemessener Kern und eine unbelegte Zusage, und beide werden meist in einem Atemzug genannt. Gemessen ist: Flüssiges Wasser hat tatsächlich eine Struktur. Seine Moleküle bilden ein Netz aus Wasserstoffbrücken, in dem jedes einzelne Molekül bis zu 4 Bindungen zu seinen Nachbarn knüpft, und dieses Netz lässt sich mit Laserpulsen im Femtosekundenbereich beobachten. Gemessen ist auch, wie lange diese Ordnung hält. Eine Arbeit am Massachusetts Institute of Technology bestimmte 2003 eine Schwingungsdauer von 170 Femtosekunden und einen Zerfall der Ordnung über rund 1,2 Pikosekunden, also etwa eine billionstel Sekunde. Nicht belegt ist dagegen die Zusage, die den Trend trägt: dass ein Gerät, ein Wirbel oder ein Magnet dem Wasser eine dauerhafte Ordnung geben kann, die nach der Behandlung bestehen bleibt. Real gemessen ist ein dritter Befund, der selten korrekt erzählt wird: die Ausschlusszone an wasserliebenden Oberflächen, mehrere hundert Mikrometer breit und von mehreren Arbeitsgruppen unabhängig gezeigt. Dieser Artikel trennt die drei Ebenen voneinander, weil der Trend sie vermischt.

Was strukturiertes Wasser wörtlich bedeutet

Strukturiertes Wasser ist ein Sammelbegriff für die Vorstellung, dass Wasser über seine chemische Formel hinaus eine räumliche Ordnung besitzt, die sich gezielt verändern lässt. Im Handel begegnet der Begriff in mehreren Varianten: belebtes Wasser, hexagonales Wasser, informiertes Wasser, kohärentes Wasser.

Der erste Teil dieser Vorstellung ist unstrittig. Ein Wassermolekül besteht aus einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen und kann bis zu vier Wasserstoffbrücken zu seinen Nachbarn ausbilden. Aus diesen Brücken entsteht ein Netzwerk, und dieses Netzwerk ist der Grund für fast alle Eigenschaften, die Wasser ungewöhnlich machen. Wasser siedet bei 100 Grad Celsius, während das chemisch verwandte und ähnlich schwere Schwefelwasserstoff-Molekül schon bei etwa minus 60 Grad gasförmig ist. Seine größte Dichte erreicht Wasser bei 4 Grad Celsius, weshalb Eis oben schwimmt und Seen von der Oberfläche her zufrieren. Wer sagt, Wasser habe eine Struktur, sagt also etwas physikalisch Korrektes.

Der zweite Teil ist der strittige. Aus der Existenz einer Struktur folgt nicht, dass sie sich von außen dauerhaft einstellen lässt. Genau diesen Schritt macht der Trend, und genau dieser Schritt ist der ungedeckte. Die Werbung spricht dabei bevorzugt vom Zustand des Wassers, selten von der Dauer dieses Zustands. Die Dauer ist aber die Größe, an der sich die Zusage entscheidet.

Ein Hinweis zur Sprache, der beim Lesen von Produktseiten hilft: Begriffe wie kohärentes Wasser stammen fast durchgehend aus der Vermarktung, nicht aus der Fachliteratur. In der Physik heißt der Gegenstand Wasserstoffbrücken-Netzwerk. Wo ein Begriff nur in Prospekten vorkommt und in keiner Fachdatenbank, ist das für sich noch kein Gegenbeweis, aber ein Grund, genauer hinzusehen.

Wie lange eine Ordnung im Wasser wirklich hält

Eine Wasserstoffbrücke ist eine schwache Anziehung zwischen dem Wasserstoffatom des einen und dem Sauerstoffatom des anderen Moleküls. Schwach heißt hier: kurzlebig. Genau das ist die Kernzahl des ganzen Themas, und sie ist seit über zwanzig Jahren gemessen.

Christopher Fecko und Kollegen am Massachusetts Institute of Technology beobachteten das Netzwerk mit Femtosekunden-Infrarotspektroskopie und fassten das Ergebnis 2003 in Science so zusammen:

„At short times, vibrational dephasing reflects an underdamped oscillation of the hydrogen bond with a period of 170 femtoseconds. At longer times, vibrational correlations decay on a 1.2-picosecond time scale because of collective structural reorganizations."
— Fecko u. a.: Ultrafast hydrogen-bond dynamics in the infrared spectroscopy of water. Science 301(5640), Seiten 1698–1702 (2003)

Was das bedeutet, lässt sich ohne Physikstudium einordnen. Eine Pikosekunde ist der billionste Teil einer Sekunde. Das Netz aus Wasserstoffbrücken ordnet sich also rund eine Billion Mal pro Sekunde neu. Ein Muster, das nach etwa 1,2 Pikosekunden verschwunden ist, kann keine Information über Stunden oder Tage tragen. Zum Vergleich: Ein Wimpernschlag dauert rund 100 Millisekunden und damit etwa 80 Milliarden Mal länger.

Neuere Messungen bestätigen die Größenordnung mit anderer Technik. Eine Arbeitsgruppe am SLAC National Accelerator Laboratory verfolgte 2021 die Bewegung der Moleküle mit ultraschneller Elektronenstreuung und fand eine Reaktion des Netzwerks innerhalb von etwa 80 Femtosekunden, gefolgt von einem Ausgleich über rund eine Pikosekunde (Yang u. a., Nature 596, 2021).

Die gemessenen Zeitskalen im Überblick:

Vorgang im flüssigen Wasser Zeitskala
Schwingung einer einzelnen Wasserstoffbrücke 170 Femtosekunden
Reaktion des Netzwerks auf eine Anregung rund 80 Femtosekunden
Zerfall der Ordnung durch Umbau des Netzwerks etwa 1,2 Pikosekunden
Ausgleich nach einer Anregung rund 1 Pikosekunde
Zum Vergleich: 1 Sekunde 1 Billion Pikosekunden

Damit ist die entscheidende Frage nicht, ob Wasser strukturiert ist, sondern wie lange. Wer eine dauerhafte Strukturierung behauptet, behauptet implizit, diese Uhr angehalten zu haben. Ein solcher Effekt wäre physikalisch bemerkenswert und entsprechend gut dokumentiert. Eine solche Dokumentation liegt bislang nicht vor.

Woher der Trend kommt und wie alt er wirklich ist

Wasserbelebung ist der deutschsprachige Sammelbegriff für Verfahren, die Wasser durch Verwirbelung, Magnetfelder oder Kontakt mit einem Trägermedium in einen angeblich höherwertigen Zustand versetzen sollen. Für einen Trend ist die zeitliche Einordnung wichtig, und sie fällt hier ernüchternd aus: neu ist das Thema nicht.

Der bekannteste Fall im deutschsprachigen Raum reicht in die 1980er-Jahre zurück und ist seit Jahrzehnten Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung. Der WDR griff ihn im Februar 2022 in seinem Podcast-Format Science Cops auf und aktualisierte den Beitrag im Oktober 2024. Die dortige Einordnung fällt knapp aus: „Das Problem: Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Effekte von belebtem Wasser."

Was am Trend also tatsächlich neu ist, ist nicht die Idee, sondern ihre Verpackung. Sie wandert aus dem Bereich der Einbaugeräte für die Hausinstallation in tragbare Produkte, Trinkflaschen und Wellness-Zubehör, und sie wandert aus Prospekten in soziale Netzwerke.

An dieser Stelle gehört eine Offenlegung in eigener Sache hierher, weil dieser Artikel sonst genau den Fehler machen würde, den er beschreibt. Unsere eigene Trendmessung zu diesem Thema ist schwach: Sie stützt sich auf einen einzigen Quellentyp, nämlich Wettbewerber-Anzeigen aus der Meta-Werbebibliothek, und sie umfasst erst 3 von 52 möglichen Beobachtungsperioden. Ein Vorjahresvergleich wäre daraus eine Behauptung und keine Messung. Wir schreiben diesen Artikel deshalb nicht, weil unsere Zahlen einen Boom belegen, sondern weil das Thema regelmäßig gefragt wird und die Antwort belastbar sein sollte.

Die Ausschlusszone: der Teil, der real gemessen ist

Die Ausschlusszone ist eine Wasserschicht direkt an wasserliebenden Oberflächen, aus der sich gelöste Teilchen und Kunststoffkügelchen messbar zurückziehen. Sie trägt in der Fachliteratur das Kürzel EZ, für exclusion zone, und sie ist der Punkt, an dem eine ehrliche Betrachtung nicht einfach abwinken kann.

Denn dieses Phänomen ist real. Daniel Elton und Kollegen legten 2020 im International Journal of Molecular Sciences eine kritische Übersichtsarbeit vor und halten gleich im Abstract fest, dass die Beobachtung von mehreren Gruppen unabhängig bestätigt wurde. Zur Ausdehnung heißt es dort:

„The width of the EZ depends on the properties of the surface and ambient conditions and may reach hundreds of microns."
— Elton, Spencer, Riches, Williams: Exclusion Zone Phenomena in Water — A Critical Review of Experimental Findings and Theories. Int. J. Mol. Sci. 21(14), Artikel 5041 (2020)

Mehrere hundert Mikrometer sind für einen Oberflächeneffekt viel; die Zone ist unter dem Mikroskop sichtbar. Umstritten ist nicht die Beobachtung, sondern ihre Deutung. Gerald Pollack von der University of Washington deutet sie als vierte Phase des Wassers mit hexagonaler Ordnung. Die Übersichtsarbeit kommt zu einem anderen Schluss und bevorzugt eine Erklärung über Diffusiophorese, also über Wanderung von Teilchen entlang von Konzentrationsgefällen. Als Argument nennt sie unter anderem den zeitlichen Verlauf: Das Wachstum der Zone folgt einem Potenzgesetz mit einem Exponenten von 0,6, sehr nahe am Wert 0,5, den man für einen diffusionsgetriebenen Vorgang erwartet.

Wichtig ist, was daraus folgt und was nicht. Ein realer Oberflächeneffekt im Mikrometerbereich unter Laborbedingungen ist etwas anderes als eine dauerhafte Strukturierung von Trinkwasser in einer Flasche. Der Sprung vom einen zum anderen wird in der Werbung häufig gemacht und in der Fachliteratur nicht gestützt.

Was Behörden und Gerichte dazu sagen

Das Umweltbundesamt ist die zentrale wissenschaftliche Behörde des Bundes für Fragen der Trinkwasserqualität. Gemeinsam mit der Trinkwasserkommission beim Bundesministerium für Gesundheit hat es sich zu nachträglichen Behandlungsgeräten in der Hausinstallation geäußert, mit Stand vom 15. Dezember 2021:

„Daher besteht aus gesundheitlich-hygienischen Gründen in einer nach den a. a. R. d. T. geplanten, gebauten und betriebenen TWI keine Notwendigkeit einer Nachbehandlung des Trinkwassers."
— Umweltbundesamt: Risiken durch die Nachbehandlung von Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation, Stand 15. Dezember 2021 (Empfehlung als PDF)

Zur Reichweite dieser Aussage gehört eine Präzisierung, die selten mitgeliefert wird: Die Empfehlung betrifft fest eingebaute Geräte in der Trinkwasser-Installation, nicht jedes Produkt, das mit Wasser zu tun hat. Sie ist also kein Pauschalurteil, sondern eine klare Aussage über einen klar umrissenen Gegenstand. Für nicht regelkonforme Zusatzgeräte zu anderen Zwecken formuliert das Papier deutlich, dass Einbau und Betrieb grundsätzlich abzulehnen sind.

Unabhängig davon hat Cochrane Österreich an der Universität für Weiterbildung Krems die Studienlage zu einem bekannten Anbieter geprüft und das Ergebnis am 17. September 2018 veröffentlicht: „Das angebliche Wirkprinzip von Granderwasser ist wissenschaftlich nicht plausibel. Es sind auch keine klinischen Studien zur gesundheitlichen Wirkung zu finden."

Auch die Gerichte haben sich mit dem Thema befasst. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte 2006 in einem Verfahren gegen einen Biologen der Universität Wien, dass dessen Kritik sachlich gerechtfertigt war und die Bezeichnung als parawissenschaftlicher Unfug zulässig bleibt. Bemerkenswert ist die Richtung dieser Entscheidung: Nicht die Kritik musste sich rechtfertigen, sondern der Anbieter konnte seine Zusage nicht belegen.

Drei Fragen, mit denen sich eine Wasser-Werbung prüfen lässt

Eine Wirkzusage ist eine Aussage darüber, dass ein Produkt einen bestimmten Zustand herstellt. Für Wasserprodukte lässt sie sich mit drei Fragen einordnen, ganz ohne Laborausstattung. Die folgende Übersicht fasst zusammen, worauf die Antworten hindeuten:

Frage an die Werbeaussage Belastbare Antwort Warnzeichen
Wie lange hält der behauptete Zustand an? Angabe mit Zeiteinheit und Messverfahren keine Angabe, „dauerhaft", „bleibend"
Womit wurde er gemessen? benanntes Verfahren, veröffentlichte Daten Erfahrungsberichte, Fotos von Kristallen
Wer hat unabhängig nachgeprüft? Publikation mit Autoren und Jahr, DOI nur Unterlagen des Herstellers

Die erste Frage ist die schärfste, und sie folgt direkt aus der Messung weiter oben. Ein Netzwerk, das sich in etwa 1,2 Pikosekunden neu ordnet, setzt jeder Behauptung über Haltbarkeit eine harte Grenze. Wer eine Wirkung über Stunden zusagt, müsste erklären, welcher Mechanismus diese Zeitskala um mehr als zwölf Größenordnungen überbrückt.

Die zweite Frage trennt Messung von Anmutung. Bilder gefrorener Kristalle etwa sind stark von Temperaturführung und Auswahl abhängig und taugen nicht als Nachweis einer Struktur im flüssigen Wasser.

Die dritte Frage ist die, die im Streitfall zählt. Eine Zusage, die ausschließlich auf Unterlagen des Anbieters beruht, ist nicht widerlegt, aber sie ist auch nicht belegt. Die Beweislast liegt bei dem, der die Aussage trifft.

Was QiBlanco zu strukturiertem Wasser nicht behauptet

QiBlanco ist eine Marke für tragbare Produkte aus dem Bereich Alltagsumfeld und Wohnraum. Weil das Thema dieses Artikels nah an unserem eigenen Feld liegt, gehört an dieser Stelle eine klare Abgrenzung hin statt einer Überleitung zum Sortiment.

Wir behaupten in diesem Artikel nicht, dass ein Produkt von uns oder von jemand anderem Wasser dauerhaft strukturiert. Wir behaupten auch nicht, dass strukturiertes Wasser eine gesundheitliche Wirkung hat, und wir stellen keinen Bezug zwischen der oben beschriebenen Ausschlusszone und einem Produktnutzen her. Für alle drei Aussagen fehlt uns die Datengrundlage, und eine Aussage ohne Datengrundlage ist Werbung, nicht Information.

Diese Zurückhaltung ist eine bewusste Entscheidung und keine juristische Vorsicht. Der häufigste Einwand, den wir von Interessenten hören, ist die Frage, ob überhaupt etwas wirkt. Auf eine Skepsis, die aus überzogenen Versprechen einer ganzen Branche entstanden ist, lässt sich schlecht mit einem weiteren überzogenen Versprechen antworten. Ein Beleg wirkt dort, wo gezweifelt wird, und er verliert seine Wirkung, sobald er neben unbelegten Zusagen steht.

Was wir stattdessen anbieten, ist die Trennung, die dieser Artikel vornimmt: was gemessen ist, was strittig ist, was offen ist. Wer diese drei Ebenen auseinanderhalten kann, beurteilt jedes Angebot in diesem Markt selbst, unseres eingeschlossen. Welche Belege wir für unsere eigenen Themen führen und welche Fragen wir ausdrücklich offen lassen, steht in unserer Studien-Übersicht.

Das Gerät neben dem Bett

Ein Smartphone im Standby ist kein ausgeschaltetes Gerät. Es hält die Verbindung zum Mobilfunknetz und zum WLAN aufrecht, meldet sich in Abständen bei der Funkzelle und nimmt Nachrichten entgegen, auch nachts und in Armweite vom Kopf.

Für die meisten Haushalte ist das der Normalzustand, und der Grund dafür ist banal: Das Gerät wird nachts geladen. Bitkom Research befragte dazu Anfang 2024 bundesweit 1.007 Personen ab 16 Jahren, darunter 769 Smartphone-Nutzende, und veröffentlichte das Ergebnis am 10. Mai 2024: „Am liebsten nachts (77 Prozent)."

Über drei Viertel laden also nachts, und das Gerät bleibt dabei aktiv. Das ist der Ist-Zustand, und er ist unabhängig von der Frage dieses Artikels. Welche Folgen daraus für die nächtliche Erholung entstehen, ist eine eigene Frage mit eigener Datenlage; dieser Artikel beantwortet sie nicht und stellt insbesondere keinen Zusammenhang zwischen Funksignalen und der Struktur von Trinkwasser her. Ein solcher Zusammenhang wird in der Werbung gelegentlich nahegelegt und ist nicht belegt.

Häufige Fragen zu strukturiertem Wasser

Die folgenden Fragen sind diejenigen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Hat Wasser überhaupt eine Struktur?

Ja. Wassermoleküle bilden ein Netzwerk aus Wasserstoffbrücken, und dieses Netzwerk erklärt die meisten besonderen Eigenschaften von Wasser. Strittig ist nicht die Existenz der Struktur, sondern die Behauptung, man könne sie von außen dauerhaft festlegen.

Wie lange hält eine solche Struktur an?

Nach den Messungen von Fecko und Kollegen zerfallen die Korrelationen im Netzwerk auf einer Zeitskala von etwa 1,2 Pikosekunden, also einer billionstel Sekunde (2003). Eine Ordnung, die über Minuten oder Stunden bestehen bleibt, ist damit bislang nicht gezeigt worden.

Ist die Ausschlusszone ein Beweis für strukturiertes Wasser?

Sie ist ein Beweis dafür, dass an wasserliebenden Oberflächen ein realer, mikroskopisch sichtbarer Effekt auftritt. Als beste Erklärung gilt in der kritischen Übersicht von Elton und Kollegen die Diffusiophorese und nicht eine vierte Phase des Wassers (2020). Ein Beleg für dauerhaft strukturiertes Trinkwasser ist der Effekt nicht.

Was sagen deutsche Behörden zu Geräten für die Wasserbehandlung?

Das Umweltbundesamt sieht für ordnungsgemäß geplante und betriebene Trinkwasser-Installationen keine Notwendigkeit einer Nachbehandlung und lehnt zusätzliche Geräte zu anderen als klar benannten technischen Zwecken ab (Stand 15. Dezember 2021).

Woran erkenne ich eine seriöse Angabe?

An drei Dingen: einer Zeitangabe für die behauptete Wirkung, einem benannten Messverfahren und einer unabhängigen Veröffentlichung mit Autoren, Jahr und auffindbarer Kennung. Fehlen alle drei, handelt es sich um eine Behauptung.

Kernaussagen auf einen Blick

  • Strukturiertes Wasser ist ein Sammelbegriff aus der Vermarktung; der physikalische Gegenstand heißt Wasserstoffbrücken-Netzwerk und ist unstrittig vorhanden.
  • Die entscheidende Größe ist nicht die Struktur, sondern ihre Dauer: rund 1,2 Pikosekunden bis zum Zerfall der Korrelationen, bei einer Schwingungsdauer von 170 Femtosekunden (Messung von Fecko und Kollegen am MIT, 2003).
  • Eine unabhängige Messung am SLAC bestätigte 2021 die Größenordnung mit anderer Technik: Reaktion des Netzwerks in rund 80 Femtosekunden, Ausgleich über etwa eine Pikosekunde.
  • Die Ausschlusszone an wasserliebenden Oberflächen ist real und kann mehrere hundert Mikrometer erreichen; als beste Erklärung gilt Diffusiophorese, nicht eine vierte Phase des Wassers.
  • Das Umweltbundesamt sieht mit Stand 15. Dezember 2021 keine Notwendigkeit einer Nachbehandlung von Trinkwasser in ordnungsgemäß betriebenen Hausinstallationen.
  • Cochrane Österreich fand 2018 keine klinischen Studien zur gesundheitlichen Wirkung von belebtem Wasser und hält das behauptete Wirkprinzip für wissenschaftlich nicht plausibel.
  • Der Trend ist nicht neu: Die Auseinandersetzung reicht in die 1980er-Jahre zurück, ein Wiener Gericht bestätigte die fachliche Kritik bereits 2006.
  • Unsere eigene Trendmessung zu diesem Thema ist schwach (ein Quellentyp, 3 von 52 Perioden) und trägt keinen Vorjahresvergleich.
  • QiBlanco behauptet in diesem Artikel keine dauerhafte Strukturierung von Wasser und keinen gesundheitlichen Nutzen daraus.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Christopher J. Fecko, Joel D. Eaves, Joseph J. Loparo, Andrei Tokmakoff, Phillip L. Geissler: Ultrafast hydrogen-bond dynamics in the infrared spectroscopy of water. Science 301(5640), Seiten 1698–1702, 19. September 2003. DOI 10.1126/science.1087251. Nachweis bei PubMed
  • Jie Yang u. a.: Direct observation of ultrafast hydrogen bond strengthening in liquid water. Nature 596(7873), Seiten 531–535, 25. August 2021. DOI 10.1038/s41586-021-03793-9. Nachweis bei PubMed
  • Daniel C. Elton, Peter D. Spencer, James D. Riches, Elizabeth D. Williams: Exclusion Zone Phenomena in Water — A Critical Review of Experimental Findings and Theories. International Journal of Molecular Sciences 21(14), Artikel 5041, 17. Juli 2020. DOI 10.3390/ijms21145041. Volltext bei PubMed Central
  • Umweltbundesamt und Trinkwasserkommission beim Bundesministerium für Gesundheit: Risiken durch die Nachbehandlung von Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation. Empfehlung, Stand 15. Dezember 2021. Empfehlung als PDF
  • Cochrane Österreich an der Universität für Weiterbildung Krems: Granderwasser: Wirkung nicht plausibel. Medizin transparent, 17. September 2018. Beitrag lesen
  • WDR / Quarks: Science Cops: Abkassieren mit „belebtem" Wasser? Der Fall Grander. 12. Februar 2022, aktualisiert am 4. Oktober 2024. Beitrag lesen
  • Verein für Konsumenteninformation: Granderwasser-Kritik bestätigt — Oberlandesgericht Wien fällte Urteil. KONSUMENT, 7. September 2006. Beitrag lesen
  • Bitkom e. V.: Drei Viertel laden ihr Smartphone in der Nacht. Befragung von 1.007 Personen ab 16 Jahren, davon 769 Smartphone-Nutzende, Bitkom Research, 10. Mai 2024. Presseinformation
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